Bewusst alles probieren. Alles bewusst probieren.

Verzichten für den Planeten?

Dear you,

heute soll es darum gehen, wie man die richtige Balance zwischen einer nachhaltigen, bewusst gestalteten Lebensweise und Genuss finden kann. Oft hat es den Anschein, man müsse verzichten, um die Umwelt weniger zu belasten. Flugzeug fliegen geht nicht mehr, Fleisch essen geht nicht mehr, Shoppen gehen ist tabu. Ich finde, es gibt bessere Herangehensweisen als zu verzichten. Oft fängt es schon im Kopf an.

Alle müssen mit anpacken

Eins ist schon mal klar: Der Klimawandel kann nicht von einer handvoll Hippies aufgehalten werden. Alle Menschen müssen daran mitwirken, sonst funktioniert es nicht. Die zweite Sache, die mir aufgefallen ist, ist dass viele Menschen neue Gewohnheiten nicht dauerhaft durchhalten, wenn sie sich eingeschränkt fühlen. Verzicht ist also als solcher nicht der richtige Ansatz, weil es nicht funktionieren wird.

Jeder Mensch geht seinen Weg

Ich persönlich habe oft Probleme damit nachzuvollziehen, wie Menschen Genuss an einer Sache verspüren können, von der sie die Schädlichkeit kennen. Zum Beispiel war es für mich überhaupt keine Frage mehr, ob ich tierische Produkte konsumieren sollte, als ich zum ersten Mal wirklich begriffen hatte, was dahinter steckt. Der Genuss war für mich an diesem Punkt vorbei. Das Leben als Veganerin kommt mir somit nicht als Verzicht vor, sondern als konsequentes Leben meiner Werte.

Doch ich musste lernen, dass es vielen Leuten nicht so geht. Und vor allem musste ich lernen, dass man deswegen nicht automatisch schlecht ist. Jeder Mensch verfolgt einen eigenen Weg und hat eine andere Vorgeschichte. Weder ich noch jemand anderes ist durchgehend perfekt nachhaltig. Vielleicht unterstütze ich die Tierindustrie nicht länger, dafür kaufe ich aber immer noch Plastikverpackungen. Auch das tue ich mittlerweile bewusst. Und in diesen Momenten muss ich für mich selbst die richtige Balance zwischen Befriedigung der eigenen, ja, auch egoistischen Bedürfnisse und dem Wunsch die Umwelt nicht zu belasten, finden. Das ist gar nicht so leicht, weil es fast immer eine nachhaltigere Variante gibt. Hinzu kommt, dass man oft auch nicht wirklich verfolgen kann, was jetzt im Einzelfall nachhaltiger ist.

Niemand ist perfekt

Ich persönlich habe der Nachhaltigkeit in meinem Leben einen sehr hohen Stellenwert zugemessen. Aber es gibt auch immer wieder Ausnahmen. In diesem Momenten entscheide ich mich bewusst dafür, eine Plastikverpackung zu kaufen, wähle die konventionelle und nicht die Bio-Marke oder teste ein neues Produkt, auch wenn es jetzt nicht das nachhaltigste ist. Soviel zum bewusst gelebten Alltag. Aber auch wenn ich mir Gedanken über meine Zukunft mache, kommt dieses Thema immer wieder auf. Denn ich will mein Leben natürlich auch leben, Erfahrungen machen und ausprobieren solange ich jung bin und mich um der Nachhaltigkeit willen nicht selbst in einen Käfig sperren.

Die richtige Balance finden und bewusst Prioritäten setzen

Beispiel Reisen – das Beste für die Umwelt wäre, das ganze Leben an einem Ort zu bleiben. Nein, soweit möchte ich nicht gehen. Hier wäre mir der Verlust an Möglichkeiten doch zu hoch. Aber auch wenn man reisen möchte, gibt es natürlich Abstufungen. Es muss nicht immer der Jumbojet von Hamburg nach Frankfurt sein. Man kann auch viel von der Welt sehen, wenn man mit dem Rad, dem Zug oder dem Auto unterwegs ist. Und warum muss ich nach Bali fliegen, wenn ich nicht mal weiß wie Europa aussieht?

Ich habe also eine Schmerzgrenze, an der ich nicht mehr bereit bin zu verzichten. Diese Grenze hat jeder und man sollte sie nicht heranziehen, um jemanden anzuprangern. Es ist jedoch möglich diese Grenze zu verschieben, denn oft hat sie auch einfach mit Gewohnheiten zu tun. Und diese lassen sich oft überraschend gut abschütteln bzw. verändern, wenn man einmal (bewusst) den Entschluss gefasst hat. Was mich wütend macht – und das finde ich nach wie vor zu recht – ist rücksichtsloser Egoismus und Fehlen jeglichen Einsichts- und Veränderungswillens.

Natürlich bin ich sehr interessiert an deiner Meinung zu dem Thema. Probierst du eher alles bewusst oder bewusst alles? Schreib mir dein Feedback in die Kommentare, ich freue mich sehr über diesen Austausch.

Love, Julia

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