Öfter mal Fehler machen

Öfter mal Fehler machen
Mut kann man lernen

Dear you,

Die Inspiration zu diesem Beitrag habe ich aus einem langen Sparziergang gezogen, während dem ich eine Folge des Podcasts Hotel Matze mit laufen ließ. Matze hat sich über zwei Stunden mit Fotograf Paul Ripke unterhalten. “Pionier sein”, das ist mir im Kopf hängen geblieben. Paul machte auf mich den Eindruck relativ furchtlos mit dem Risiko zu scheitern umzugehen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um über sich selbst hinaus wachsen zu können. Warum fühlt man sich aber schlecht, wenn man gescheitert ist? Und was hat das für Auswirkungen auf sein Verhalten?

Irgendwann hat es mal angefangen. Da hat man wahrscheinlich Kritik geerntet, weil sein Verhalten nicht bestimmten Erwartungen entsprach. Man hat nicht funktioniert, wahrscheinlich in der Kindheit. Wahrscheinlich war es auch nicht nur ein mal, sondern öfter. Man erntete Kritik von Freunden, von Eltern, von Lehrern. Man wurde komisch angeguckt, oder angemeckert, wenn man nicht perfekt war. Perfekt in den Augen der Meckerer. Vielleicht war man auch einfach nur anders. Ich glaube das hat so gut wie jeder Mensch erfahren. Einige, wohl auch ich, haben daraus die unterbewusste Verhaltensweise übernommen Situationen zu meiden, in denen sie scheitern könnten.

 

 

Als Kind, da hat man noch keinen Schutzmantel. Man orientiert sich daran, was einem die Bezugspersonen reflektieren. Kinder sind darauf angewiesen geliebt zu werden. Wenn Liebe zur Belohnung für “richtiges” Verhalten wird, lernen sie perfekt zu sein. Und es kann eben auch passieren, dass sie Angst vor dem Scheitern entwickeln. Sie werden zu bemühten everyone´s darling. Und mit dem Heranwachsen müssen diese Kinder dann mühsam lernen sich auf ihr eigenes Bauchgefühl zu verlassen, sich nicht an Meinungen von außen aufzuhängen. Sie müssen lernen, dass Fehler zum Leben dazu gehören.

Fehler sind nichts schlechtes. Scheitern ist nichts schlechtes. Diese Haltung kann man einnehmen. Ich versuche schon seit längerer Zeit mir das beizubringen. Mich stört besonders, dass ich Dinge gar nicht erst versuche, aus der Frucht etwas falsch zu machen oder mich zu blamieren. Ich merke richtig, wie mir dieses miese Gefühlt im Weg steht, wie ich versuche dahinter zu blicken. Das fängt damit an, sich mit fremden Leuten zu unterhalten, ein Auslandssemester zu machen, seinen Träumen nachzugehen.

Was wäre, wenn es keine Fehler gibt? Wenn alles einfach nur ein Resultat wäre, unbewertet und neutral? Man könnte aus allem lernen und trotzdem nicht vor einer Möglichkeit, die einem das Leben schenkt, zurückschrecken, weil man sich unsicher fühlt. Mein Kopf hat das schon lange verstanden. Trotzdem ist es oft eine Überwindung in solchen Situationen den unbequemen Weg zu gehen. Raus aus der Comfort Zone, rein ins Neue, Aufregende, Interessante, vielleicht auch Schmerzhafte. Das ist meiner Meinung nach das echte Leben. Wie kann man es also lernen? Ich? Du vielleicht auch?

 

 

Ich möchte, dass es keiner pauschalen Überwindung mehr bedarf etwas Neues auszuprobieren. In machen Situationen ist es sicherlich gerechtfertigt Angst zu spüren. Aber das, wovon ich spreche, ist die Angst vor dem Scheitern, nicht vor der Situation selbst. Die Angst vor dem Scheitern kann man nur überwinden, indem man hinter ihre Mauer blickt. Indem man immer, wenn man vor der Entscheidung steht, ins kalte Wasser springt. Jedes Mal etwas mehr. Indem man es fühlt, es sich aufmerksam anschaut.

Und dann merkt man, dass es eigentlich nicht schlimm ist, Fehler zu machen. Dass man erst mit der Zeit immer besser wird, sodass man seine eigenen Erwartungen erfüllen kann. Oder auch nicht. Dass das Leben viel mehr ist, als Erwartungen zu erfüllen oder auch nicht. Ein Beispiel: Ein Kind das nicht schwimmen kann und Angst davor hat es zu versuchen, ist nur mit dem Gedanken beschäftigt, was passiert wenn es untergeht. Wenn das Kind dann aber schwimmt, lernt es ein völlig neuartiges Glück, das nichts mehr mit schaffen oder nicht schaffen zu tun hat.

Ich habe auch gerade von Doktor Allwissend ein sehr passendes YouTube-Video zu diesem Thema gesehen:

Der Weg “Pionier” zu werden ist ein Prozess. Immer öfter probiere ich Dinge aus, von denen mir die Angst zu scheitern eigentlich abrät und gehe mit Erfahrungen aus ihnen hervor. Positiven wie Negativen. Und das macht den Lernprozess aus. Es geht nicht ums Schaffen, sondern ums Ausprobieren. Der Weg ist das Ziel.

Love, Julia

 

Die Relevanz der inneren Einstellung: https://postvonjulia.de/du-traegst-die-verantwortung-und-das-ist-deine-chance

Mut braucht Training: https://postvonjulia.de/es-geht-ins-ausland

Glück durch Dankbarkeit und Achtsamkeit: https://postvonjulia.de/alles-gute-zum-alltag-gluecklich

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