Rückblick aufs Jahr 2020

2020 war ein spannendes Jahr voller Unsicherheit – nicht nur wegen Corona.

Blicke mit mir zurück auf das Jahr und meine Erlebnisse.

Dear you,

2020 – was für ein Jahr. Das Corona-Jahr, das Jahr der Unsicherheit und des Innehaltens. Für mich – lustigerweise – auch das Jahr des Reisens und der Neubeginne. Bei mir ist viel passiert, wie du in den vergangenen Log ins und anderen Blogposts schon erfahren konntest. Viele Themen haben mich beschäftigt und ich durfte viel lernen. Ein Jahr wie 2020 verdient es, dass man sich noch einmal umdreht und zurück schaut, auf die vergangenen Monate. Das will ich in der heutigen Post mit dir tun.

Im Winter neugierig auf die Zukunft blicken

Eigentlich fing das Jahr ganz gut an. Über die Feiertage hatte ich die Familie von meinem Freund besucht. Patricks Tante erzählte mir von WWOOF. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Diese kleine Unterhaltung sollte unser Jahr 2020 grundlegend prägen. Von Corona hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nichts gehört und als ich irgendwann davon hörte, habe ich diese Nachricht nicht ernst genommen. Nur eine weitere Schlagzeile in der täglichen Überschüttung an News aus dem Netz.

Stattdessen schloss ich im Februar mein Studium ab und erhielt somit ganz offiziell meinen Bachelor of Arts, nachdem ich im Herbst 2019 meine Bachelorarbeit inklusive Kolloquium erfolgreich hinter mich gebracht hatte. Ich hatte auch schon seit November eine Arbeitsstelle gefunden und versuchte ansonsten die grauen Wintermonate bis zum Frühling möglichst gut gelaunt hinter mich zu bringen. Der Gedanke an WWOOF ließ mich nicht los und so habe ich schon Ende Januar einen Blogpost übers Aussortieren geschrieben. Denn meine Wohnung, die ich in meiner Studienzeit sehr geliebt hatte, sollte nicht mehr lange mein Zuhause bleiben.

Im Frühling alle Zelte abreißen

Im März 2020 war Corona und Quarantäne bereits ein Hauptthema auf Post von Julia und in der Welt. Gleichzeitig schrieb ich zum ersten Mal über meine Pläne nach Österreich zu gehen bzw. über die Frage ob das in Corona-Zeiten überhaupt möglich sein würde. Doch unsere Jobs waren gekündigt, die Wohnungen ebenfalls. Ich zog noch für einen Monat zu Patrick in die Wohnung, wo wir die erste Quarantäne-Welle zusammen erlebten. Ziemlich viel Nähe für mich, die ja vorher jahrelang eine Wohnung für sich alleine hatte. Ende April haben wir uns trotz aller Zweifel mit Corona-Test und Notfallplänen im Gepäck, sowie unserem nötigsten Hab und Gut in Koffer und Rucksack auf Richtung Grenze gemacht – und waren überrascht wie wir einfach drüber weg gefahren sind.

Im Sommer Freiheit und Wachstum erfahren

Und so folgte im März schon erste Post über die Erfahrungen, die wir in unserem WWOOF-Abenteuer machten. Ich schrieb darüber ein Selbstversorger-Leben zu führen und wie wir Pläne schmiedeten für immer im Burgenland bleiben zu wollen. Wir stiegen aus der Gesellschaft, wie wir sie bisher kannten, völlig aus. Corona, was ist das? Auch keine gekauften Luxusartikel mehr. Fast alles was wir brauchten, von Lebensmittel bis Strom wurde autark gewonnen. Von Garten bis Werkstatt, wir hatten die Freiheit an den Projekten mitzuwirken, die uns und unseren Fähigkeiten am meisten zusagten. Wir lebten in und mit der Natur, lernten interessante Menschen kennen und langsam wurde es Sommer.

Im Herbst ein Ende akzeptieren

Wir verlebten nicht nur schöne Zeiten. Ich würde im Nachhinein sagen, die WWOOF Zeit war in erster Linie eine Zeit des persönlichen Wachstums und des Lernens. Und um über sich hinaus zu wachsen, darf man ja bekannter Weise seine persönliche Grenzen überwinden, was nicht immer leicht ist. Die Zeit war also sehr herausfordernd und intensiv für mich und für Patrick und auch für unsere Beziehung.

Dann kam irgendwann die Zeit, in der wir uns überlegen mussten, wie es im Herbst weitergehen sollte. Mehrere Höfe haben wir kennen gelernt und mitgeholfen bei allem was so anfällt. Den Tierhof Sonnenweide, das kleine Paradies Gutopia und natürlich die Lebenswerkstatt, in der wir den größten Teil der Zeit verbrachten.

Aber als Winterquartier hat sich keiner der Höfe geeignet. Nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns im Oktober schließlich, vorerst nach Deutschland zurück zu kehren. Doch vorher verbrachten wir noch einen turbulenten Spätsommer in Österreich, den ich mit Sicherheit niemals vergessen werde. Dabei lernten wir für ein paar Tage auch die Stadt Wien und ihre ganz eigene Mentalität kennen. Und natürlich konnte ich diese Stadt nicht verlassen ohne sämtliche veganen Hotspots auszutesten – besonders nachdem ich davor monatelang kein kulturelles Leben erfahren hatte.

Was wartet im Jahr 2021 auf mich?

Im November kam der Winter und damit unser Neustart in Deutschland. Es ist mühselig sich alles wieder neu aufbauen zu müssen, Jobs zu finden, von der Hilfe anderer Menschen abhängig zu sein. Und in diesem Prozess befinde ich mich noch immer. Corona macht das Alles nicht gerade leichter. Gerade beruflich bin ich momentan noch sehr unentschlossen. Mache ich noch eine Ausbildung? Wenn ja, als was? Oder probiere ich mich als Quereinsteigerin durchzuschlagen? Aber bei welchem Unternehmen? Und wie langfristig will ich mich festlegen, wenn wir doch eigentlich wieder zurück ins Burgenland gehen wollen, um uns als Selbstversorger zu probieren?

Das sind Fragen, die mich momentan beschäftigen und die wohl auch 2021 stark prägen werden. Gleichzeitig bin ich froh, dass andere Lebensbereiche wie Beziehung und Gesundheit aktuell (wieder) besser laufen. Patrick und ich haben einige Pläne für das neue Jahr im Bezug auf das Thema Wohnen. Darüber wirst du mit Sicherheit in einer zukünftigen Sonntagspost mehr erfahren. Dies war nun erstmal der Jahresrückblick auf 2020. Ob auch das nächste Jahr so turbulent wird, dass ich darüber eine Sonntagspost verfassen werde? Wahrscheinlich.

Love, Julia

WEITERLESEN

Der Plan, nachdem 2020 (natürlich) nicht lief: https://postvonjulia.de/hallo-2020

Ich teste vegane Proteinriegel: https://postvonjulia.de/protein-riegel

Veganuary auch im kommenden Jahr: https://postvonjulia.de/es-ist-veganuary

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