Schamhaare länger als Haare auf dem Kopf?

Ich habe meine Haare abgeschnitten.

Wie mein Umfeld reagiert hat und mein feministisches Statement dazu kannst du hier nachlesen.

Dear you,

meine heutige Post an dich dreht sich um das Thema Selbstliebe, Schönheitsideale bei Frauen und Erwartungen von anderen Menschen an dich. Gerade in der jetzigen Zeit voller Umbrüche, ein wichtiges Thema. Anlass dafür war eine simple und scheinbar doch sehr weitreichende Veränderung meiner äußeren Erscheinung: Ich habe meine Haare abgeschnitten.

Warum? Weil ich´s kann!

Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt mir eine (fast) Glatze zu rasieren. Und ich bin da nicht sehr zimperlich, ich mache sowas spontan und einfach weil ich Bock drauf habe. Mir war auch wenig bewusst, wie wichtig Haare scheinbar dafür sind, wie Menschen mich einschätzen und sich mir gegenüber verhalten. Ich wollte wissen, wie das Gefühl von kurzen Haaren ist und ich wollte meine persönliche Freiheit ausleben. Vor ein paar Tagen ist dann der Moment gekommen, an dem ich den Rasierer genommen habe und mir endlich meinen Wunsch erfüllt habe. Vorher habe ich mich immer von meinem Freund überreden lassen es nicht zu tun. Es war ein Befreiungsschlag und hat sich sehr gut angefühlt.

Meine Erfahrungen mit kurzen Haaren

Auf der praktischen Ebene hat diese Frisur durchaus Vorteile: Keine Haare mehr im Gesicht und im Haus bzw. Abflussrohr. Ich brauche auch gar kein Shampoo mehr, sondern nehme einfach das selbe Stück Seife, welches für den restlichen Körper zum Einsatz kommt, auch für den Kopf. Haare waschen brauche ich nur noch selten und wenn, dann sind sie nach 5 Minuten luftgetrocknet. Und ich muss mir nicht mehr vor jedem Spiegel meine Frisur richten, wenn ich keinen Zopf trage. Es ist einfacher und bequemer und fühlt sich auch ziemlich cool an. Irgendwie luftig und ganz weich. Im Sommer holt man sich allerdings schnell zu viel Sonne ab, deshalb trage ich bei der Gartenarbeit ein Kopftuch.

Die Meinungen von außen

Das fühle ich, wenn ich in mich selbst hinein horche. Doch dann gibt es natürlich auch noch Stimmen von außen und die sind bei diesem Thema lauter, als ich gedacht hätte. Viele haben einfach nur gesagt, dass es gut aussieht. Aber gerade Männer fühlen sich von einer solchen Frisur scheinbar ziemlich angegriffen. Ich habe tatsächlich Meinungen gehört, die etwa so lauteten: Du hast dir selbst geschadet, denn du bist jetzt nicht mehr attraktiv für (uns) Männer. Du hast dir deinen wichtigsten Schmuck genommen. Du bist nicht mehr die, die du bis jetzt für mich warst. Geht´s noch?

Daran kann man sehen, wie wichtig den Menschen körperliche Merkmale noch immer sind und wie sie andere danach beurteilen. Ist das ein natürlicher und evolutionär geprägter Zug? Vielleicht. Aber wir Menschen haben auch von Natur aus einen Verstand, der uns erlaubt uns zu hinterfragen. Und der sollten dann eigentlich die Erkenntnis hervorbringen, dass leicht veränderliche Dinge wie Haare (oder auch Gewicht, Statur, Kleidung etc.) nicht viel über den Charakter einer Person aussagen. Und selbst bei unveränderlichen Eigenschaften wie Geschlecht oder Herkunft, ist es nicht fair eine Person dafür in Schubladen zu stecken und seine persönlichen Ver- und Beurteilung niemals mit der Realität abzugleichen.

Wie ich es will

Klar, auch ich selbst finde manche Dinge attraktiv an Menschen und fühle mich in Folge dessen mehr oder weniger zu ihnen hingezogen. Aber hier geht es mehr darum, dass die Leute sich Standpunkte rausnehmen, die ihnen nicht zustehen. Es ist mein Körper mit meinen Haaren und ich werde ihn jederzeit so verändern, wie ich es möchte.

An die Mädels: Ich finde mich mit anderen Frisuren auch schöner. Aber trotzdem wollte ich es ausprobieren und bin happy es getan zu haben. Denn es ist eine Erfahrung und das Leben ist dazu da solche zu machen. Da sind so dämliche und unbedeutenden Dinge wie Haare, wirklich das letzte, worüber es sich lange nachzudenken lohnt. Macht das, was ihr machen wollt verdammt noch mal! <3

An die Männer: Ich merke immer wieder, dass es ein männlicher Zug ist, scheinbar zu glauben, dass Frauen bzw. andere Lebewesen ihnen untergeordnet sind. Oft unbewusst und völlig selbstverständlich. Sie haben in der Tendenz kein Problem damit ihre Meinungen zu vertreten und das ist oft nützlich. Aber es muss irgendwo auch mal einen Punkt haben, spätestens an der Grenze zum (weiblichen) Körper, der nun mal ihr und ihr alleine zu beherrschen zusteht. Deine Meinung darf existieren – ist hier aber völlig unrelevant und darf gerne für sich behalten werden. Danke <3

Der Blogpost ist feministischer geworden, als ich anfangs gedacht hatte, aber er gefällt mir. Ich habe das Gefühl, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem das Patriarch zunehmend aufgelöst wird und immer mehr Frauen sich befreien, selbstständig werden und ihre Grenzen aufstellen und verteidigen. Das halte ich nicht nur für richtig, sondern für notwendig. Schreibe mir deine Meinung gerne in die Kommentare.

Love, Julia

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Frauen Power auf YouTube: https://postvonjulia.de/weibliche-inspirationen-auf-youtube

Minimalismus anfangen ohne Wegschmeißen: https://postvonjulia.de/aussortieren-wohin-mit-dem-kram

So verteidigst du deine persönlichen Grenzen: https://postvonjulia.de/grenzen-wo-liegen-meine

1 thought on “Schamhaare länger als Haare auf dem Kopf?”

  • Lange Haare gehören zu Frauen. Es ist für die (weibliche) Energie der Frau wichtig genau wie lange Haare bzw. Bärte auch bei Männern gut sind. Auch lange lange Kleider wirken sich auf den Energiefluss eines Menschen aus. Ich habe das in den vedischen Schriften gelesen.

    Jeder wahre Mann möchte eine Frau die ihm gesunde Kinder schenkt und auch äußerlich hübsch ist. Die Frau steht hinter dem Mann und hält ihm den Rücken frei, der Mann ist aktiv, verdient das Geld, verteidigt die Familie und trifft Entscheidungen für die Familie. Das ist ein natürliches Rollenverhältnis welches auch bei Naturvölkern ganz normal war und sich niemand einfach nach Lust und Laune ausgedacht hat.

    Kann man natürlich alles in Frage stellen, aber dann sollte man sich fragen ob die Frauen und generell Menschen heutzutage wirklich so glücklich sind und warum es kaum noch gesunde Familien und Ehen gibt wo die Ehepartner wirklich treu und glücklich zusammenbleiben bis sie alt sind. Sowas gibt es nur bei den alten Leuten die noch mit klassischen Rollenbilder aufgewachsen sind.

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