Unsere Schritte ins Aussteiger Leben – Teil 1

Mit Fotos von: Thorben http://nordwald-media.de/

Ein Leben als Aussteiger – was für ein Abenteuer.

Ich schreibe dir heute, wie ich meinen Weg dazu fand und welche konkreten Vorbereitungen ich getroffen habe.

Dear you,

über die letzten Jahre kamen auf diesem Blog immer mal wieder Beiträge, in denen ich ein bisschen von unkonventionellen Lebensformen geträumt habe. Ein Leben abseits von der 0815 Gesellschaft. Vielleicht ein Leben als Aussteiger. In dieser Post habe ich dir geschrieben, dass ich trotz der Corona Situation nach Österreich gekommen bin, um dort zu WWOOFen. Heute solle es darum gehen, wie ich diesen radikalen Ausstieg aus meinem bisherigen Leben vollzogen habe. Ich hoffe, dass du daraus etwas für dich gewinnen kannst. Sei es die Erkenntnis, dass du mit deinem Leben so wie es ist zufrieden bist. Oder eben, dass du, so wie ich, einen Wunsch nach Veränderung bemerkst und an meinem Beispiel siehst, dass es möglich ist diesen Realität werden zu lassen.

Ein Ansatzpunkt ins Aussteiger Leben

Der Punkt, an dem ich plötzlich genau wusste, was ich zu tun habe, war, als ich von WWOOF erfahren habe. Diese Plattform ermöglicht es, in vielen Ländern auf der ganzen Welt, Höfe zu finden, auf denen man gegen Kost und Logis arbeiten kann. Mein erster Schritt war also, mich für ein Land zu entscheiden und einen Hof zu finden, der mir zusagt. Dazu muss ich sagen, dass ich mir über das Land nie wirklich Gedanken gemacht habe. Österreich stand sofort fest. Nach meinem Auslandssemester in Klagenfurt vor einem Jahr, habe ich mich in Land und Leute verguckt.

Ich habe mich dann auf WWOOF Österreich angemeldet. Um einen Hof finden zu können, muss man einen kleinen Betrag für die Mitgliedschaft zahlen. Ein wichtiger Punkt war für mich die vegane Verpflegung. Man kann die Höfe danach filtern, ob sie vegane oder vegetarische Kost anbieten.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Meine Entscheidung nach Österreich zu gehen um dort auf einem Hof zu arbeiten stand also sehr schnell fest. Davon wusste mein Freund aber noch nichts. Verständlicherweise war es zunächst nicht sehr begeistert von der Idee, dass ich weit weg gehen will. Wir kannten uns da gerade mal vier Monate. Jetzt im Nachhinein hat er mir erzählt, dass er Angst hatte, ich würde nicht zurück kommen. Nicht ganz unbegründet.

Wir mussten also überlegen, wie wir damit umgehen wollten. Patrick hatte eigentlich gerade einen neuen Job gefunden und wollte sich in diesem Jahr ganz darauf konzentrieren. Nach einigen Gesprächen habe ich ihn dann aber doch mit meiner Begeisterung angesteckt, obwohl es mir ganz wichtig war, ihm keine Entscheidung aufzudrängen.

Für ihn waren die Überlegungen ins Ausland zu gehen im Prinzip auch nichts Neues, nur hatte er bisher nicht den Mut oder die Motivation gefunden, sie auch umzusetzen. Ich erinnere mich, wie wir schon bei unserem ersten Date darüber gesprochen haben, wie cool es wäre, einen Selbstversorgerhof zu haben. Und so kamen wir zu dem Schluss: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Aussteiger sind Abenteurer

Ich für mich wollte um jeden Preis verhindern, aus Bequemlichkeit dem Weg mit den geringsten Widerständen zu folgen und dann irgendwann zu spüren, dass ich mit meinem Büro Job und Haus eigentlich nicht glücklich bin. Ich will die Chancen die es gibt auch nutzen. Patrick ging es da glaube ich ähnlich, nur dass er jemanden brauchte, der ihm mal einen kleinen Arschtritt verpasst. Den habe ich dann übrigens bei der praktischen Umsetzung auch wieder zurück bekommen. Ich bin nämlich immer sehr gut darin Dinge anzuschieben. Doch diese dann auch bis zum Ende umzusetzen, ist nicht meine größte Stärke.

Eine Bleibe finden

Von da an stand also fest: Wir gehen gemeinsam nach Österreich, um dort Erfahrungen als Aussteiger zu sammeln. Die Suche nach einem passendem Hof begann. Ich habe einige Höfe auf der WWOOF Plattform gefunden und kontaktiert. Mit einigen habe ich Mails geschrieben, mit anderen habe ich telefoniert. Das war schon ein erster Schritt aus meiner Komfort Zone heraus, denn ich bin fremden Menschen gegenüber nicht von Natur aus wahnsinnig aufgeschlossen. Es sollte nicht der letzte bleiben. Trotzdem haben wir dann relativ schnell den Seminarhof Lebenswerkstatt gefunden. Nach dem ersten Telefonat irgendwann im Dezember stand eigentlich schon fest: Das ist unser Platz. Wir würden zum Beispiel helfen beim Erdbeeren anbauen und verkaufen, an Seminaren mitwirken und Wohnwägen ausbauen. Das waren zumindest die Pläne zum derzeitigen Standpunkt. Wie es wirklich geworden ist, kannst du in meiner Post der letzten Wochen nachlesen. Beide konnten wir es kaum fassen, wie gut dieser Ort zu unseren Träumen passte – genau das, was wir gesucht hatten.

Das war der erste Teil meiner Aussteiger-Story. Im nächsten Teil schreibe ich dir, wie es nach dem Telefonat weiterging. Es folgten nämlich noch viele weitere Schritte. Eine komplette Existenz umzukrempeln ist mit ziemlich viel Aufwand verbunden. Man wird sozusagen getestet, ob man es wirklich will. Seien es Versicherungen, Jobs kündigen oder unsere Wohnungen aufgeben. Und dann kam ja im Februar auch noch eine völlig unvorhergesehene Problematik auf uns zu. Wenn dich das interessiert, freue ich mich, wenn du beim nächsten Mal wieder hier auf Post von Julia vorbeischaust. Bis dahin wünsche ich dir ganz viel Inspiration und Liebe.

Love, Julia

WEITERLESEN

Die ersten Tage als Aussteiger: https://postvonjulia.de/wir-sind-jetzt-selbstversorger

Kann vegane Ernährung mit allen Nährstoffen versorgen?: https://postvonjulia.de/supplemente-in-der-veganen-ernaehrung

Dingen einen neuen Nutzen geben: https://postvonjulia.de/aussortieren-wohin-mit-dem-kram

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