Sich selbst belohnen

Sich selbst belohnen
Über Genuss, freiwilligen Verzicht und schlechte Angewohnheiten

 

Dear you,

Kennst du das Gefühl, das Leben sei hart, anstrengend und gemein? Es gibt solche Phasen, da macht das Alles einfach keinen Spaß mehr. Trotzdem muss (oder will) man durchziehen, weiter machen und diese Phasen überwinden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und weil es nicht wirklich eine Alternative gibt. Das Leben ist eben kein Pony-Hof. Solche emotionalen Tiefs überkommen mich regelmäßig in meinen Klausur-Phasen, denn ich hasse es Unmengen an Lernstoff auswendig zu lernen. Aber was muss, das muss halt. Mir ist die Frage gekommen, ob es sinnvoll ist, sich auf irgendeine Weise selbst zu belohnen, um sich leichter zu ungeliebten Aufgaben im Alltag zu motivieren.

Was bedeutet Genuss in einer Konsumgesellschaft?

Ich glaube, viele Menschen belohnen sich selbst aus reiner Gewohnheit, vielleicht schon bevor sie die Aufgaben überhaupt angegangen sind. Das würde ich dann eher Kompensation betiteln und ich halte es für ziemlich ungesund. Rauchen, Alkohol, (ungesundes) Essen, Kaffee, solche “Genussmittel” sind in unserer westlichen Kultur zu Alltagsdrogen geworden, um sich abzulenken und zu betäuben. Sobald man sie absetzt, bemerkt man, wie abhängig man von ihnen ist. Auch das Smartphone ist für manche Menschen zu einem solchem Fluchtpunkt geworden. Immer wenn man im Alltag von einer Situation überfordert ist, zückt man sein Gerät aus der Hosentasche und starrt auf das Display. Das Gesicht wird von der Seite in einen gruselig ungesunden blauen Schein gehüllt. Die Flucht führt dazu, dass man sich mit der Situation nicht mehr auseinandersetzt und nicht lernt mit ihr zu kooperieren, sondern sich in eine virtuelle Alternativ-Realität absetzt. 

Momente der Achtsamkeit

“Belohnung” ist eigentlich kein passendes Wort, für das, was ich dir vermitteln möchte. Denn es ist natürlich nichts Falsches daran, sich hin und wieder selbst etwas Schönes zu gönnen.

Aber eben darum geht es: Es sollte ein sehr bewusster Moment des Glücksgefühls sein, den man richtig genießt, keine Flucht oder Betäubung eines Momentes. Es sollte auch etwas sein, das einem nicht andauernd zugänglich ist, sondern etwas Besonderes. Wenn man dies beachtet, ist sich selbst zu belohnen etwas Positives und Motivierendes in harten Zeiten, die natürlich von jedem individuell empfunden werden. 

 

 

Wie ich mich bewusst belohne:
  • Leckeres, gesundes (= natürliches) Essen (Comfort food)
  • Leckeres, ungesundes Essen (hier ist das Maß besonders wichtig!)
  • Eine aufgeräumte Wohnung und ein frisch bezogenes Bett
  • Yoga bzw. das Shavasana hinterher
  • Etwas sinnloses tun, einfach nur weil es mir Spaß macht (Puzzeln)
  • In die Natur gehen und die Sonne genießen
  • Tag-träumen
  • Zeit mit lieben Menschen verbringen und Energie austauschen
  • Etwas kaufen, auf das ich lange gespart habe und das mich glücklich macht

 

 

 

Wertverlust durch Wohlstand

Aber um etwas Besonderes besonders zu lassen, ist freiwilliger oder gezwungener Verzicht oder Fasten für die Zeit zwischendurch unabdingbar. Was wäre zum Beispiel, wenn du jeden Tag Geburtstag hättest, oder du jeden Tag dein Lieblingsessen essen könntest? Und eben das ist die Krux an der Sache: In der heutigen Zeit ist uns so gut wie alles ständig zugänglich. Besonders zu Feierlichkeiten wurde früher deutlich, was Seltenheitswert besaß: Fleisch gab es höchstens einmal die Woche und war etwas Besonderes. Saisonale Früchte, schöne Kleidung, das Radio, all dies war früher etwas Besonderes. Heute können davon nur noch Oma und Opa berichten. Was ist heute noch besonders? Es wird zumindest schwierig. Der immer schnellere Wachstum, die Globalisierung und unser westlicher Wohlstand macht uns fast alles zugänglich, ermöglicht uns fast alles, außer den Genuss. 

 

 

Mit diesem kleinen Denkanstoß möchte ich für heute schließen. Schreib mir sehr gerne dein Meinung in die Kommentare und hinterlasse mir ein Feedback, wenn ich dich inspiriert habe. Ich hoffe du hattest eine schöne Zeit beim Lesen und freue mich, wenn es dir gefallen hat. Bis zum nächsten Mal.

Love, Julia

 

Endlich aus alten Mustern ausbrechen: https://postvonjulia.de/ueber-seine-grenzen-hinaus-gehen

Leckeres und gesundes Comfort food in 10 Min: https://postvonjulia.de/waermendes-fruehstueck-in-der-kalten-jahreszeit

Diese Reihe motiviert dich durch den Winter zu kommen: https://postvonjulia.de/category/life/summertime-happiness

 

2 thoughts on “Sich selbst belohnen”

  • Ein toller Denkanstoß liebe Julia, denn gerade heutzutage sind wir ja doch recht verwöhnt was unseren Alltag und den täglichen Genuss angeht.
    Für mich sind Tage (oder auch Stunden) an denen mal nichts geplant ist, der absolute Genuss. Um schön zu essen oder auch ein Buch zu lesen oder die Zeit mit freunden und Familie zu verbringen 🙂


    xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

    • Vielen Dank für dein Kommentar liebe Tina. Schön, dass ich dich inspirieren konnte.
      Mir geht es genau so. Und wie man auch hier wieder sieht: Immer das, was knapp ist, genießt man am aller meisten.

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