Umgang mit dem Tod

Dear you,

Verbindungen zwischen Dingen, die so abwegig sind, wie ein Okapi. Es gibt sie häufiger als man denkt. Ist man selbst etwa nicht die abwegigste aller Verbindungen, nämlich die zwischen Leben und Tod?

Ich habe vor kurzen meinen 22. Geburtstag gefeiert. Und ich habe ein Buch geschenkt bekommen, das mich zurück in meine Kindheit versetzt hat. Der Spaß zu lesen hatte sich irgendwann, zwischen Schule und Uni vielleicht, in eine bloße Erinnerung verwandelt. Offenbar kann Spaß vergessen werden. Und nun hat über Ostern Mariana Lekys Bestseller Roman Was man von hier aus sehen kann, in diesen Hirn-Arealen Frühjahrsputz betrieben.

Heute möchte ich dir keine Inhaltsangabe oder Rezession des Buches mitgeben, davon gibt es schon genug im Internet. Ohnehin würde ich dir dringend empfehlen es selbst zu lesen (ich weiß schon was ich an allen kommenden Geburtstagen und sonstigen Festen verschenken werde). Mir geht es heute darum darüber zu schreiben, was ich aus diesem Roman an Gedanken ziehen konnte, was er für Überlegungen in mir angeregt und wie er mit meinem Leben resoniert hat.

Wenn das Leben einem zuspricht

Es geht in dem Buch um das Leben. Genauso geht es um Liebe. Und um Tod.
Humor ist ständiger Begleiter. Es geht auch um Alltagssituationen und detaillierte Beobachtungen. Es geht um ernste Themen. Um die großen Sinnesfragen, über die man nicht in Small-Talk philosophiert. Eine ungeschriebene Regel, um die ich mich übrigens herzlich wenig schere. All diese Themen schließen sich einander nicht aus. Auch wenn der Mensch sich gerne in Schubladen einordnet, das Leben tut es nicht. Nicht mit mir oder dir, nicht mit meiner Familie, nicht mit deinen Freunden. Tod ist Teil des Lebens.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ein Thema, oder auch nur ein Wort, das ich vorher nie sonderlich beachtet habe, plötzlich von allen Seiten auf mich einwirkt. So häufig und voneinander unabhängig, dass ich nicht mehr an Zufälle glauben will. Ich habe dann immer das Gefühl, dass mein Leben mir etwas sagen will. So war es in dieser Zeit auch mit dem Thema Tod. Während ich in Was man von hier aus sehen kann darüber gelesen habe, wie die Großmutter der Ich-Erzählerin aus Träumen vorhersagen kann, dass jemand sterben wird, inklusive aller Folgen die sowas mit sich bringt, habe ich Gespräche mit Freunden geführt, die plötzlich, oder schon sehr lange, damit umgehen (müssen), dass das Leben endlich ist. Gespräche, die ich nie so erwartet hätte. Es sind auch neue Menschen in mein Leben getreten, denen der Tod übel mitgespielt hat. Gleichzeitig habe ich selbst jedoch eine sehr schöne und glückliche Phase erlebt, in der ich mich sehr starkt gefühlt habe, ohne besonderen Anlass oder Grund. Das war ein seltsamer Kontrast, der mich am Rande des Themas Tod positioniert und mich von außen darauf hat blicken lassen, wie Menschen mit dem Tod umgehen.

Wenn das Leben zu einem spricht

Der Tod eines nahestehenden Menschen kann sich gemein anfühlen. Besonders dann, wenn er nicht natürlich eintritt. Wenn nicht Altersschwäche der Grund war. Wenn eine Krankheit, ein Unfall, ein Fehler, jemand, das Leben, ihn verursacht hat. Ist es nicht seltsam, dass man an seinem Leben sterben kann? Doch Tod ist alternativlos. Ich glaube, das ist eine der Komponenten, die so viel Angst hervorruft. Er ist, einmal aufgetaucht, nicht verhandelbar. Endgültig. Man hat keine Macht über den Tod. Ärzte versuchen mit ihm zu verhandeln. Doch sie sind niemals die Richter.

Und dann muss man selbst mit seinen Folgen irgendwie weiterleben. Viele können sowas verarbeiten, einige aber hadern auch. Jeder strauchelt, wenn der Tod einen anrempelt, einige fallen. Ihr Weg schwenkt unvorhergesehen in eine allzu scharfe Kurve, die für immer Spuren hinterlässt.

Wenn zu leben einem entspricht

Solche Spuren hinterlässt übrigens nicht nur ein “gemeiner” Tod. Das Leben verteilt gerne mal Narben. Ich möchte daran glauben, dass ich aus solchen Schlägen wachsen kann. Ich glaube auch daran, dass mein Leben für mich eintritt und nicht etwas ist, das es zu bezwingen gäbe. Schicksalsschläge sind Phasen, in denen man eine besonders intensive Zeit der Prägung erlebt. Auch Todesfälle prägen einen. Doch ob man wächst, oder sich vor dem Leben verkrümelt, ist eine Entscheidung, die immer bei einem selbst liegt. Diese Macht kann dir selbst der Tod nicht nehmen. Solange bis es dein eigener ist. Und da das Leben erst durch die Existenz des Todes wertvoll wird (wo wäre denn die Motivation wenn man ewig lebte?), würde ich vorschlagen, nutz dein Leben um dich weiter zu entwickeln. Sterbe nicht bevor du gelebt hast. Entdecke deine Gabe und gebe sie raus in die Welt. Das macht deine Seele unsterblich.

Love, Julia

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