Was bedeutet es extrovertiert zu sein?

Und bin ich wirklich wie ich glaube zu sein?

Dear you,

Menschen versuchen immer wieder ihren Charakter oder ihre Persönlichkeit zu beschreiben. Es hilft ihnen dabei sich selbst zu verstehen, sich abzugrenzen, im Sinne von: So bin ich, so bin ich nicht. Aber ist unsere Identität so einfach zu definieren? Darüber mache ich mir in der heutigen Sonntagspost zusammen mit dir Gedanken.

Komm mir nicht mit glauben oder wissen

Was bedeuten eigentlich die Wesensmerkmale intro- bzw. extrovertiert? Damit fängt es schon an, die einen verbinden mit introvertiert Schüchternheit und Zurückgezogenheit. Extrovertiert zu sein scheint mit Erfolg im Berufsleben und viel Energie zu korrelieren. Das sind typische Vorurteile, die mir immer wieder begegnen. Ich habe bei der Beschäftigung mit diesem Thema zwei wertfreie Definitionen gefunden, die mir am meisten zusagen. Introvertiert bedeutet demnach, dass man vornehmlich Energie tankt, indem man alleine ist. Extrovertierte Charaktere brauchen Gesellschaft um ihr Speicher wieder aufzuladen. Erstere können also durchaus gut darin sein Präsentationen zu halten oder Small Talk zu führen und Extrovertierte müssen gar keine Alleinunterhalter sein. Und mit Erfolg hat das schon mal gar nichts zu tun. Beide brauchen außerdem Gesellschaft wie Zurückgezogenheit. Nur das Verhältnis um sich glücklich zu fühlen ist vielleicht ein anderes.

Die Ambivalenz der Dinge

Soweit zu den Definitionen zu intro- und extrovertiert. Nun sind das aber eindeutig theoretische Gebilde. Wie sieht das in der Praxis aus? Können wir uns oder andere so sehr eingrenzen? Natürlich nicht. Viele Menschen verändern ihre Gewohnheiten im Verlauf des Lebens. Als Kind war ich zum Beispiel mehr im Außen als heute, mit 22 Jahren. Es ist kein Geheimnis mehr, das auch unsere Persönlichkeit nicht dauerhaft festgelegt, sondern durchaus veränderlich sind und teilweise auch bewusst von uns gestaltet werden können. Die Stichworte Neuroplastizität und kognitive Netzwerkarchitektur sind hier spannende Ansatzpunkte, falls du weiter recherchieren willst.

Die Summer der Teile

Mist denkst du dir jetzt vielleicht. Wer bin ich denn, wenn ich meinen Charakter verändern kann? Tja, gute Frage. Ich bin zum Beispiel in bestimmten Situationen sehr introvertiert. Ich muss, nachdem ich mit Menschen war, mich wieder zurückziehen können um zu reflektieren. Gerade wenn ich mich stark anpassen musste (weil die anderen ganz anders als ich drauf waren), brauche ich danach Zeit für mich. Wenn ich mich mit Menschen treffe, die auf meiner Wellenlänge sind, ziehe ich aber auch daraus viel Energie. Diese fließt dann aber meistens auch nicht in der Situation, sondern wenn ich wieder alleine bin. Und wie offen ich für Menschen bin, hängt auf jeden Fall auch von meiner Tageslaune ab. Ich habe extrem extrovertierte Tage, da muss ich mich null überwinden fremde Personen anzulächeln und zu grüßen. An anderen Tagen bin ich tief in mich selbst versunken und schotte mich nach außen ab.

Liebe deine Veränderlichkeit

Ich, wir, sind die Summer unserer Handlungen und Gedanken, wenn man es genau nimmt. Daher ist es wichtig sein Verhalten zu reflektieren. Nicht aber sich selbst zu verurteilen und in einen künstlichen Rahmen zwängen zu wollen. Ist es nicht toll und spannend, dass man sich immer wieder neu erfinden kann? Dazu ist das Leben doch auch irgendwie da. Wenn du dich verändern, deine Komfort Zone verlassen willst, tue das nicht gegen, sondern mit dir und deinen Stärken. Man kann sich selbst lieben und trotzdem die beste Version von sich anstreben. Das musste auch ich erst Stück für Stück lernen und Yoga hat mir dabei zum Beispiel sehr geholfen.

Ich bin nicht meine Gedanken.

Mantra

Wie siehst du das? Hältst du dich (immer noch) für intro- oder extrovertiert? Was hilft dir, dich selbst zu verstehen? Welche Gedanken haben meine Zeilen bei dir entfacht? Ich bin sehr gespannt deine Wahrheit in den Kommentaren zu lesen. Alternativ kannst du mir auch gerne auf Social Media zurück schreiben oder eine Email schicken. Ich freue mich in jedem Fall auf dein Feedback.

Love, Julia

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Wie die Gesellschaft uns und wir die Gesellschaft schaffen: https://postvonjulia.de/gruende-nackt-zu-sein

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So hilft Yoga mir mich selbst zu finden: https://postvonjulia.de/was-gibt-mir-yoga

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