Wie ist es vegan zu leben?

Wie ist es vegan zu leben?
Vegan essen, leben, denken, schminken. Vegan sein. Vegan sein?

Dear you,

in der letzten Sonntagspost habe ich darüber geschrieben, warum ich mich entschieden habe vegan zu werden. Das ist meiner Meinung nach ein ziemlich ernstes Thema. Heute will ich dir gerne zeigen, dass die Umsetzung überhaupt nicht so ernst ist, wie man vielleicht denken könnte. Ich möchte gleich sagen: Auch ich bin mit Sicherheit keine “perfekte” Veganerin. Es kommt darauf an einen Lebensstil zu finden, der langfristig seinen Werten entspricht. Das wird für jeden anders aussehen. Heute möchte ich dir ein paar Inspirationen mitgeben und zeigen, wie es für mich funktioniert.

Essen

Bei Veganern denkt man zuerst an veganes Essen und das ist auch für mich ein Hauptthema. Lange Zeit habe ich mich nicht als Veganer bezeichnet, obwohl ich schon lange vegan gegessen habe. Ich möchte betonen, dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte oder habe, auf etwas zu verzichten. Ich kenne das Verlangen nach (meist ungesunden) Nahrungsmitteln, das hatte ich früher ziemlich oft. Veganes Essen sättigt und befriedigt mich zu 100%.

Hier habe ich dir ein Pinterest Board mit vielen leckeren Rezept-Inspirationen erstellt  😉

 

Vegan heißt nicht unbedingt gesund. Ich achte jedoch gerne darauf das zu essen, was ich brauche um fit und gesund zu sein. Das sind meist vollwertige und möglichst natürliche Lebensmittel, viel Gemüse und Obst, ergänzt durch Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen, Vollkorn– und Pseudogetreide wie Quinoa. In geringeren Mengen dann noch Öle und Fette aus Kernen und Nüssen. Ich kenne mich einigermaßen mit Makronährstoffen aus und dosiere nach Gefühl einen guten Mix aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten. Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen stelle ich durch eine möglichst abwechlungsreiche Ernährung sicher, besonders Gemüsesorten sind dafür gut geeignet.

Streng bin ich dabei jedoch nicht und mach auch gerne mal Ausnahmen. Ich vertraue darauf, was mein Körper mir sagt. Früher hatte ich oft Heißhunger auf Junkfood. Durch eine natürliche Ernährung hat sich mein Geschmack so reguliert, dass ich nach dem Essen verlange, das mir wirklich gut tut. Ich bin zum Beispiel sehr empfindlich für Salz geworden und hoch verarbeitete Nahrungsmittel schmecken mir oft einfach zu künstlich. Klar gibt es auch mal was “Ungesundes”, wenn ich Bock drauf habe. Das bleibt dann jedoch eine Besonderheit, die ich mir bewusst gönne und genieße.

Pflege

Lange nachdem ich angefangen hatte vegan zu essen, kam in mir der Gedanke auf, dass Tiere nicht nur für Lebensmittel wirtschaftlich genutzt und leider auch gequält werden. Wie mein aktuelle Pflege-Routine aussieht, habe ich dir in diesem Post geschrieben. Bei Schminke und Pflegeprodukten achte ich auf Siegel wie die Veganblume, um nicht nur vegan sondern auch tierversuchsfrei zu konsumieren. Außerdem können Apps wie codecheck dabei helfen sich zu orientieren.

 

Dieses YouTube Video hat mir sehr weiter geholfen:

Kleidung

Klar das Leder für mich tabu ist. Oder doch nicht? Natürlich würde ich mir keine neuen Teile aus Leder mehr kaufen. Doch für mich wäre Kunstleder nicht wirklich eine Alternative, denn es geht mir auch um Nachhaltigkeit. Wie du vielleicht aus meinen Jahresfavoriten weißt, bin ein großer Secondhand-Fan. Wenn ich also was zum Anziehen kaufen möchte, gehe ich immer zuerst auf Kleiderkreisel. Wenn ich Leder weiter verwerten kann, dann ist es für mich okay es zu tragen. Alles was ich nicht gebraucht kaufen möchte (Unterwäsche zum Beispiel) kaufe ich in nachhaltigen Onlineshops wie Avocadostore, dort kann man sogar im Suchfilter Kriterien wie “vegan” oder “Made in Germany” angeben, was die Suche sehr erleichtern kann.

Leben

Um dauerhaft gesund zu leben, müssen Veganer Vitamin B12 supplementieren, denn sie bekommen es nicht durch rein pflanzliche Lebensmittel. Das ist zumindest die aktuell gängige Meinung, denn die Forschung zum Thema B12 ist noch ziemlich unsicher. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es ratsam regelmäßige Blutbilder zu machen und dabei das aktive, also für den Körper verfügbare, B12 zu messen. Es gibt verschiedene Tests deren Aussagekraft unterschiedlich hoch ist, du solltest dich also vorher mit deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin besprechen. Allgemein sollte man gucken, dass man sein Blut regelmäßig auf die wichtigsten Vitamine kontrolliert.

Viele Veganer sagen ja, dass die Schwierigkeit beim Vegan sein nicht der Verzicht, sondern das Umfeld ist. Tatsächlich empfinde ich die Tatsache von der Norm abzuweichen ebenfalls als größte Challenge an der Sache. Nach ca. 2 Jahren vegan sein habe ich und hat sich vor allem mein Umfeld gut daran gewöhnt. Umstellungen und Veränderungen sind anfangs nie ganz leicht, doch ich wusste immer was ich wollte und was ich für richtig halte. Ziemlich schnell hat man die Kniffe raus und weiß wie der Hase läuft. Wichtig ist locker an die Sache ran zu gehen und alles so kommen zu lassen, wie es eben kommt.

Das waren ein paar Eindrücke darüber wie es so ist vegan zu leben. Schreibe mir gerne, welche Gedanken dir beim lesen durch den Kopf gegangen sind. Bist du gerade in der Umstellungsphase? Bist du ein eingefleischter Veganer? Oder stehst du hinter einem ganz anderem Konzept? Ich bin sehr neugierig was du mir zu berichten hast. Wenn du noch mehr Food-Inspirationen haben möchtest, solltest du mir auf Instagram folgen, dort gibt es genaue Eindrücke wie ich mich im Alltag so ernähre. Ich hoffe dich zu neuen Taten motiviert zu haben. Nutze dein Leben!

Love, Julia

 

Hier geht´s zum ersten Teil:

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